Wiesenhilfsprojekt Blütenreich Ostallgäu sucht weitere Mitstreiter

21.4.2021 Landkreis Ostallgäu. Gesucht sind Eigentümer und Bewirtschafter von bunten Wiesen sowie Landwirte und Grundeigentümer, die sich mehr Artenvielfalt auf ihrem Land wünschen.

Der Landschaftspflegeverband Ostallgäu (LPV Ostallgäu) startet mit seinem Wiesenhilfsprojekt in die zweite Saison. Damit weitere artenreiche Wiesen entstehen, ist er auf der Suche nach Eigentümern und Bewirtschaftern von bunten Wiesen sowie nach Landwirten und Grundeigentümern, die sich mehr Artenvielfalt in ihrem Extensivgrünland oder auf ihrer Streuobstwiese wünschen.

Für die Umwandlung in artenreiches Grünland eignen sich fast alle Wiesen, die bereits seit einigen Jahren extensiv, das heißt mit niedriger Schnittfrequenz und ohne Güllegabe, bewirtschaftet werden und keine Streu- oder Nasswiesen sind. Der Umbau erfolgt mit eigens dafür geerntetem Saatgut. Bei der Auswahl der sogenannten Spenderflächen für das Saatgut wird darauf geachtet, dass es frei von Problem- und Giftpflanzen ist.

Bereits rund 50 Kilogramm Saatgut geerntet

Im vergangenen Jahr waren freiberufliche Biologen im gesamten Landkreis unterwegs, um artenreiche Wiesen, die sich als Spenderflächen, das heißt für eine Ernte eignen, ausfindig zu machen. Einige dieser Wiesen konnten mithilfe eines sogenannten „Wiesefix“ beerntet werden. Auf diese Art und Weise wurden gut 50 Kilogramm autochthones, also von lokalen Wiesen geerntetes, Saatgut gewonnen.

Außerdem haben sich interessierte Menschen aus der Landwirtschaft oder Personen mit privatem Flächenbesitz gemeldet, um ihre extensiv genutzten aber dennoch artenarmen Wiesen für eine Artanreicherung zur Verfügung zu stellen. Das geerntete Saatgut wurde im Herbst und Frühjahr auf diesen Flächen ausgebracht und wird bald keimen. So entstehen nach und nach wieder mehr bunte und artenreiche Wiesen im gesamten Landkreis.

Über das Wiesenhilfsprojekt Blütenreich Ostallgäu

Noch vor vier Jahrzehnten waren artenreiche und bunt blühende Wiesen im Ostallgäu weit verbreitet. Sie zeichnen sich durch auffällig blühende Wiesenblumen wie zum Beispiel Wiesen-Glockenblume, Wiesen-Witwenblume, Wiesen-Bocksbart, Kleiner Klappertopf, Wiesen-Platterbse und Wiesen-Margerite aus. Diese Wiesen wurden von den Landwirten traditionell nur mäßig gedüngt und zweimal pro Jahr zur Heugewinnung gemäht.

Sie bieten Lebensräume für viele Tierarten wie zum Beispiel Wildbienen, Schwebfliegen oder Schmetterlinge und sind ein wesentlicher Bestandteil unserer vielfältigen Ostallgäuer Kulturlandschaft. Durch stärkere Düngung und häufiges Mähen verschwanden jedoch vielerorts die bunt blühenden Blumenwiesen aus der Ostallgäuer Kulturlandschaft.

„Dabei sind diese Schätze der Artenvielfalt nicht nur für den Naturschutz von großer Bedeutung, sondern auch Teil der Ostallgäuer Identität und eine Augenweide für jeden Betrachter, egal ob von nah oder fern,“ sagt Claudia Gruber, Projektmanagerin von Blütenreich Ostallgäu des LPV.

„Der Landschaftspflegeverband Ostallgäu möchte zusammen mit der Landwirtschaft diesen wertvollen Lebensraum erhalten und fördern. Denn nur gemeinsam ist es möglich, die einstige Blütenvielfalt zurückzuholen und damit die Heimat der vielen, auf diese Wiesen angewiesenen Tiere zu bewahren.“

Das Wiesenhilfsprojekt Blütenreich Ostallgäu wird von der Regierung von Schwaben gefördert. Kontaktdaten Claudia Gruber, Projektmanagerin Blütenreich beim LPV Ostallgäu: Telefon: 01522 4087982, E-Mail: claudia.gruber(at)lra-oal.bayern.de.

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