Projekt 1000 Schulen: Ostallgäuer Spender schenken Zukunft in Namibia

23.11.2020 Landkreis Ostallgäu. Für den Bau einer Schule in Namibia hat Landrätin Maria Rita Zinnecker 42.420 Euro Spendengeld an Reiner Meutsch von der Stiftung Fly & Help übergeben.

Die Spenden stammen zum größten Teil von Ostallgäuer Bürgern und der lokalen Wirtschaft. Der Schulbau ist für Zinnecker ein wichtiges Zeichen der weltweiten Solidarität und ein beeindruckendes Ergebnis dieser Aktion.

Reiner Meutsch, begeisterter Hobby-Flieger und Initiator der Stiftung Fly & Help, freut sich über den Spendenscheck aus dem Ostallgäu. Damit kann im Norden Namibias ein Gebäude mit zwei Klassenräumen für eine Grundschule gebaut und die Bildungssituation der Kinder aus dem Dorf Ovijere und der weiteren Umgebung deutlich verbessert werden.

Möglich wurde dieser Erfolg, weil sich in einer Gemeinschaftsaktion viele Ostallgäuer Bürger und die lokale Wirtschaft an dem bundesweiten Projekt:

„1000 Schulen für unsere Welt“ beteiligten, betont Zinnecker. Besonders schön war für sie, dass dieser hohe Betrag nicht das Ergebnis weniger Einzelspenden war, sondern dass sich sehr viele Menschen an dieser Aktion beteiligt haben. Dies zeige, dass sich die Ostallgäuer Bürger mit den Nöten der Welt solidarisch fühlen und ihren Beitrag für eine gerechtere Welt leisten wollen.

Zinnecker hätte sich gerne bei allen Spendern persönlich bedankt. Aufgrund der staatlich gültigen Datenschutzrichtlinien ist es Fly & Help aber nicht möglich, die Namen der Spender dem Landratsamt mitzuteilen, da es sich um individuelle, personenbezogene Daten handelt. „Leider sind uns daher nur wenige Bürger und Unternehmen bekannt, die auf das Landkreis-Konto bei Fly & Help gespendet haben. Ich bedauere das sehr“, erklärt Zinnecker und ergänzt:

„Unser ursprünglicher Plan war, dass wir uns bekannte Spender zur Spendenübergabe einladen und damit unsere vielen Spender zumindest stellvertretend würdigen, aber Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Auch Meutsch findet dies sehr schade und erklärt:

„Hinter jeder Spende steht ja ein Mensch und eine Motivation, anderen zu helfen.“ Der Austausch sei daher immer für alle bereichernd.

Durch die Corona-Krise besonders hart getroffen sind vor allem die Entwicklungsländer, wie Meutsch aus unzähligen weltweiten Kontakten weiß. Zinnecker will daher das Landkreiskonto bei der Stiftung Fly & Help nicht schließen, auch wenn die Aktion offiziell für den Landkreis beendet sei.

„Es darf daher gerne weiter gespendet werden“, sagt Zinnecker und weist darauf hin, dass für weitere Maßnahmen schon der Grundstock gelegt sei, da die Spenden den benötigten Betrag für den Schulbau um 5.000 Euro übersteigen.

Meutsch hat schon eine Idee für den Einsatz dieses Geldes: „Denn aufgrund der weiten Wege brauchen wir für die Region Ovijere, die mitten im afrikanischen Busch liegt, dringend ein Hostel und eine Schulküche.“ Seiner Erfahrung nach gibt es keine bessere Investition, als die in Bildung.

„Jeder Euro kommt bei unserer Stiftung zu 100 Prozent in den Projekten an“, versichert Meutsch.

Spendenkonto des Landkreises Ostallgäu bei der Stiftung Fly & Help

IBAN: DE 94 5739 1800 0000 0055 50
BIC: GENODE51WW1, Westerwald Bank eG
Verwendungszweck 1: LK Ostallgäu
Verwendungszweck 1: Name und Adresse des Spenders
(Bitte zur Ausstellung einer Spendenbescheinigung angeben)

Die Reiner Meutsch Stiftung „Fly & Help” trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Weitere Informationen finden sich unter:

www.1000-Schulen.de
www.fly-and-help.de
www.ostallgaeu.de/1000-schulen

Bestehende Schule in Ovijere

Ovijere liegt im Norden von Namibia, ungefähr 18 Kilometer von Okanguati und ca. 124 Km von Opuwo entfernt mitten im afrikanischen Busch

Keine Infrastruktur, kein Handyempfang

Derzeit gibt es in Ovijere an der Schule zwei Lehrer*innen und rund 90 Schüler. Die Schule ist eine Grundschule, die von der ersten Klasse bis zur sechsten Klasse reicht. Die Schüler kommen zu 90 Prozent aus der Ovahimba Community, die restlichen 10 Prozent sind Zemba. Beide Bevölkerungsgruppen sind Halbnomaden.

Die bisherige Schule besteht aus einem Unterschlupf aus Holz und bietet keine sichere Lernumgebung. Auch verbleiben die Kinder nachts an der Schule und schlafen auf dem nackten Erdboden, da es keine sonstige Beherbergung gibt.

Das Gebäude mit den Klassenräumen stellt in Ovijere die erste Hilfsmaßnahme dar und sollte ursprünglich 39.200 Euro kosten, coronabedingt haben sich die Baukosten auf 37.400 Euro reduziert. Der Überschuss von 5.000 Euro wird für den weiteren Ausbau und damit den Bau eines Hostels/Schulküche weitergereicht.

Mit dem Bau wird jetzt im November begonnen, die Fertigstellung und die Eröffnung soll Anfang April sein.

Wallfahrtskirche St. Alban
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