Äpfel sind gut für die Gesundheit und für das Ortsbild

6.11.2014 Landkreis Unterallgäu. Es duftet derzeit nach frischen Äpfeln im Foyer des Landratsamts Unterallgäu. Noch bis 14. November läuft hier die Ausstellung „Altes Streuobst neu entdecken“.
Bei der Ausstellungseröffnung wurde klar: Es lohnt sich, den Apfel einmal genauer zu betrachten – oder besser gesagt: die unzähligen verschiedenen Apfelsorten!

Einige davon sind in einem begehbaren Apfelmodell ausgestellt. Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege, hat die Wanderausstellung der „Versuchsstation für Obstbau“ ins Unterallgäu geholt.

Landrat Hans-Joachim Weirather erinnerte bei der Eröffnung daran: Früher gestalteten Streuobstwiesen die Ortsränder vieler Gemeinden. Heute seien viele dieser Wiesen verschwunden. Er plädierte für den Erhalt und Neuaufbau solcher Streuobstbestände: „Sie verschönern das Ortsbild, sind gut für die Gesundheit und wir erhalten damit die genetische Vielfalt.“

Um diese Vielfalt der Apfelsorten ging es in einem Vortrag des Apfelkundlers Thomas Bosch von der Versuchsstation für Obstbau in Schlachters. Bosch hat zwischen 2009 und 2012 alte Apfel- und Birnbaumbestände im Allgäu kartiert. Dabei stieß er auf 181 Apfel- und 76 Birnensorten. Hinzu kommen 100 unbekannte Sorten. Zu dem mit LEADER-Mitteln finanzierten Projekt „Erfassung, Erhaltung und Nutzung alter Kernobstsorten für die Region Allgäu“ gehört auch ein „Sortenvermehrungsgarten“ in Schlachters, in dem nun erhaltenswerte Sorten gedeihen.

In seinem Vortrag erzählte Bosch von Raritäten wie dem Eisenburger Apfel, einer historischen Sorte, die hauptsächlich im Memminger Stadtteil Eisenburg wächst. „Einige Sorten wären ohne dieses Projekt untergegangen“, so Bosch. Manch alte Apfelsorte bringe wünschenswerte Eigenschaften mit, wie Kälteunempfindlichkeit, besondere Robustheit und Resistenz gegen Krankheiten. Die Sorten zu bestimmen sei auch wichtig, damit der Apfel, den man pflanzen möchte, schließlich auch am Baum wächst. Nur einen Apfelkern einzupflanzen reiche nämlich nicht aus, beschreibt eine der Schautafeln der Ausstellung. Das Verfahren der Veredelung wird anschaulich beschrieben und es gibt viele weitere Informationen rund um Äpfel und Birnen. Unter anderem können auch diverse Fruchtsäfte verkostet werden.

Wer nun wissen will, welche Apfel- oder Birnensorten in seinem Heimatdorf wachsen: Alle Baum-Standorte im Allgäu wurden mit einem Geoinformationssystem erfasst. Den Link auf die entsprechende Seite finden Sie unter www.unterallgaeu.de/streuobst. Hier finden Sie auch weitere Informationen zu der Ausstellung im Landratsamt. Sie ist von Montag bis Donnerstag, 8 bis 17.30 Uhr, und am Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

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